Enzyklopädie

Bezugsnormal

Normal, im allgemeinen von der höchsten verfügbaren Genauigkeit an einem betrachteten Ort oder bei einer Organisation, von dem dort Messungen abgeleitet werden.

(VIM: 1994, Abs. 6.08)

Kalibrierung

Tätigkeiten zur Ermittlung des Zusammenhangs zwischen den ausgegebenen Werten eines Messgerätes oder einer Messeinrichtung oder den von einer Maßverkörperung oder von einem Referenzmaterial dargestellten Werten und den zugehörigen, durch Normale festgelegten Werten einer Messgröße unter vorgegebenen Bedingungen.

Anmerkungen:

  1. Das Ergebnis einer Kalibrierung erlaubt entweder die Zuordnung die Werte der Messgröße zur Anzeige oder die Ermittlung von Korrektionen für die Anzeige.
  2. Durch eine Kalibrierung können auch andere metrologische Merkmale wie die Wirkung von Einflussgrößen ermittelt werden.
  3. Das Ergebnis einer Kalibrierung kann in einem Dokument festgehalten werden, das auch Kalibrierschein oder Kalibrierbericht genannt wird.

(VIM: 1994, Abs. 6.13)

Messunsicherheit

Die Messunsicherheit ist ein Parameter, der mit dem Messergebnis verbunden ist und die Streuung der Werte charakterisiert, die der Messgröße vernünftigerweise zugeordnet werden können1. Sofern keine Missverständnisse zu erwarten sind, wird „Messunsicherheit“ auch einfach „Unsicherheit" genannt.

(DKD-3: 1998, Abs. 2.2)

Messmittel

Alle Messgeräte, Normale, Referenzmaterialien, Hilfsmittel und Anweisungen, die für  die Durchführung einer Messung notwendig sind. Dieser Begriff umfasst Messmittel, die für Prüfzwecke und solche, die für die Kalibrierung verwendet werden.

(DIN ISO 10012-1:1992-08, Abs. 3.02)

Messtechnische Rückführung

Eigenschaft eines Messergebnisses oder des Wertes eines Normals, durch eine ununterbrochene Kette von Vergleichsmessungen mit angegebenen Messunsicherheiten auf geeignete Normale, im allgemeinen internationale oder nationale Normale, bezogen zu sein

(VIM: 1994, Abs. 6.12)

Kleinste angebbare Messunsicherheit

Die kleinste Messunsicherheit, die ein Laboratorium für eine spezifische Größe unter idealen Messbedingungen mit einem realen Prüfling im Rahmen seiner Akkreditierung erreichen kann.

Die kleinste angebbare Messunsicherheit ist eine der Parameter, die für die Festlegung des Akkreditierungsumfangs eines akkreditierten Kalibrierlaboratoriums verwendet werden und wird in der Anlage der Akkreditierungsurkunde angegeben.

Die Definition der kleinsten angebbaren Messunsicherheit beinhaltet, dass ein Laboratorium im Rahmen seiner Akkreditierung nicht berechtigt ist, eine geringere Messunsicherheit für seine routinemäßigen Kalibrierungen anzugeben. Das bedeutet, dass das Laboratorium eine größere Messunsicherheit angeben muss, wenn feststeht, dass der tatsächlich durchgeführte Kalibriervorgang wesentlich zur Messunsicherheit beiträgt. Typischerweise wird dabei das zu kalibrierende Gerät einen deutlichen Beitrag liefern.

(DKD-3 / EA-4/02)

Nationales Normal

Normal, das in einem Land durch einen offiziellen nationalen Beschluss als Basis zur Festlegung des Wertes aller anderen Normale der betreffenden Größe anerkannt ist.

(VIM: 1994, Abs. 6.07)

Normal

Maßverkörperung, Messgerät, Referenzmaterial oder Messeinrichtung zum Zweck , eine Einheit oder einen oder mehrere Größenwerte festzulegen, zur verkörpern, zu bewahren oder zu reproduzieren.

Beispiele:

  • Wassertripelpunkt
  • 100-W-Widerstandsnormal

Anmerkung:

  • Ein Satz gleichartiger Maßverkörperungen oder Messgeräte, die in Kombination ein Normal darstellen, wird Kollektivnormal genannt.
  • Ein Satz von Normalen mit speziellen Werten, die einzeln oder in Kombination eine Folge von Größen werten gleicher Art darstellen, wird Normalsatz genannt. 

(VIM: 1994, Abs. 6.01)

Permanentes Laboratorium

Ein Kalibrierlaboratorium, das an einem festen Ort errichtet ist und dort voraussichtlich für eine Dauer von über drei Jahren betrieben wird.

(DKD-7: Januar 1997)

Prüfung

Technischer Vorgang, der aus dem Ermitteln eines oder mehrerer Merkmale eines Produktes, eines Prozesses oder einer Dienstleistung nach einem festgelegten Verfahren besteht.

(DIN EN 45 020: 1998-02, Abs. 13.1)

Vor-Ort-Kalibrierung

Ein Kalibrierung, die von Mitarbeitern eines Laboratoriums oder einer Organisation außerhalb der Räume oder Gebäude durchgeführt wird, in denen sich das permanente Laboratorium oder der ständige Sitz der Organisation befindet.

(DKD-7: Januar 1997)